Experten sind sicher: Das Heizen mit Strom hat eine effiziente Zukunft

Experten sind sicher: Das Heizen mit Strom hat eine effiziente Zukunft

Heizungsarten gibt es viele. Ob Öl, Gas, Strom oder Pellets – sie alle bieten verschiedene Vor- und Nachteile. Gerade Elektroheizungen stehen dabei oftmals in der Kritik, denn sie gelten als Energieverschwender. Denn bevor der Strom tatsächlich in Form von Wärme beim jeweiligen Verbraucher ankommt, ist oftmals bereits viel Wärme verloren gegangen. Aber dies kann nicht verallgemeinert werden. Denn Elektroheizung ist keinesfalls gleich Elektroheizung; es sind viele verschiedene Varianten im Handel erhältlich. Darunter lassen sich immer Geräte finden, die es lohnenswert erscheinen lassen, mit Strom zu heizen

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Die Nachtspeicherheizung war insbesondere in den 1960er und 1970er Jahren populär

Viele denken bei dem Begriff Elektroheizung sofort an die Nachtspeicherheizung (elektrische Speicherheizung). Hierbei handelt es sich um ein mit elektrischem Strom betriebenes Heizgerät, bei dem die Heizwedel – im Gegensatz zu beispielsweise einem Heizstrahler – im Inneren des jeweiligen Geräts verbaut sind. Die Wärme wird dabei nicht unmittelbar an die Umgebungsluft abgegeben; stattdessen heizen die Heizwedel ein Paket Scharnottesteine auf, das ebenfalls fest in einem Metall-Schutzgehäuse verbaut ist. Die Wärmeenergie wird vergleichsweise langsam aufgenommen und auch wieder abgegeben, wobei der warme Luftstrom ein wenig über ein Gebläse in der Zentralheizung geregelt werden kann. Nachtspeicherheizungen werden zumeist unter den Fenstern angebracht, da sie dort als Konvektionskörper dienen können.

Die Vorzüge einer Nachtspeicherheizung: Geringe Anschaffungskosten und die Sicherheit im Fokus

Dabei lassen sich Nachtspeicherheizungen vergleichsweise einfach montieren. Es werden weder zentrale Brennwertkessel noch eine Pumpe (zur Verteilung des Trägermediums) oder ein aufwändiges Rohrleitungssystem benötigt. Allerdings sollte eine Nachtspeicherheizung nicht lediglich als ein Heißluftgebläse oder als ein einfacher Heizstrahler angesehen werden. Denn Heizungen dieser Art haben eine hohe Energieaufnahme. Die Installation sollte daher immer zwingend von einem ausgebildeten Elektriker vorgenommen werden. Aufgrund der geringen Komplexität ist eine Nachtspeicherheizung dabei relativ ausfallsicher. So kann sie zum Beispiel nicht durch einen Brenner-Defekt ausfallen und auch nicht „einfrieren“. Außerdem gelten Nachtspeichergeräte – auch noch in der heutigen Zeit – als wesentlich sicherer im Vergleich zu offenen Heizsystemen wie zum Beispiel Öl- und Kohleöfen, Holzöfen und offene Kamine. Auch gegenüber Heizstrahlern verfügen sie über ein Plus an Sicherheit. Allerdings wird heute vorwiegend warmes Wasser als Trägermedium im Hinblick auf Zentralheizungen verwendet, so dass der Sicherheitsvorsprung mittlerweile bei weitem nicht mehr so gravierend ins Gewicht fällt wie noch in der Anfangszeit dieser Technologie. Ein weiterer wesentlicher Vorteil von Nachtspeicherheizungenl ist der günstige Anschaffungspreis.

Zentralheizungen: Den Stromverbrauch mit Pufferspeichern eindämmen

Eine weitere Alternative stellen elektrische Zentralheizungen dar. Dabei wird Wasser im Keller mit Strom erhitzt und dann an die einzelnen Heizkörper in der Wohnung bzw. im Haus verteilt. Der Strom wird hier immer nur dann dem Stromnetz entnommen, wenn dieser auch tatsächlich verbraucht wird. Um die Energie- bzw. Stromkosten zu senken, kann zum Ausgleich ein so bezeichneter Pufferspeicher integriert werden, der die Energie in der Nacht speichert. Als Alternative zu diesen beiden Heizungsarten bieten sich die Marmor- oder Natursteinheizungen an. Diese offerieren eine angenehme Wärme und eine attraktive Optik, sind aber vergleichsweise teuer im Unterhalt. Da hierbei Steinplatten mit Strom erhitzt werden, sind keine Heizkörper nötig und es wird auch kein Staub aufgewirbelt, was diese Heizungsart für Allergiker interessant macht.

Elektrische Fußbodenheizung: Entscheidung zwischen Teilspeicherheizung und Direktheizung

Möglich ist auch der Einbau einer elektrischen Fußbodenheizung. Diese kann sowohl als Teilspeicherheizung wie auch als Direktheizung eingesetzt werden. Dabei werden grundsätzlich die jeweiligen Heizmatten, Heizfolien, Heizrohre und Heizkabel unter dem Bodenbelag verlegt, wo sie dann mit Strom versorgt werden. Teilspeicherheizungen weisen dabei die typischen Nachteile einer Nachtspeicherheizung auf. Der Fußboden ist gerade morgens sehr warm, was dann im Laufe des Tages mitunter extrem nachlässt. Direktheizungen wandeln den Strom demgegenüber direkt in Wärme um. Bei der Infrarotheizung wird dagegen nicht die Luft erwärmt, sondern gezielt Personen oder Gegenstände im nahen Umfeld. Durch dieses Verfahrensprinzip arbeitet eine Infrarotheizung effizienter als beispielsweise eine elektrische Zentralheizung oder eine Nachtspeicherheizung; außerdem halten sich die Anschaffungskosten in der Regel in Grenzen. Für den gelegentlichen Gebrauch kommt auch ein Heizlüfter in Frage. Von der Funktionsweise her wird hierbei die durchströmende Luft via Heizelement entsprechend erwärmt und über ein integriertes Gebläse wieder verteilt. Aber aufgrund des massiven Stromverbrauchs sowie der Betriebslautstärke eignet sich diese Variante nicht als Alleinheizung.

Auf einen Blick: Die Vor- und Nachteile von Elektroheizungen

Elektroheizungen haben demnach also nicht nur Nachteile, auch wenn sie generell über einen eher schlechten Ruf verfügen. Folgende Gründe sprechen diesbezüglich gegen den Einsatz einer Elektroheizung:

– Heizungen dieser Art verfügen über einen schlechten Gesamtwirkungsgrad
– Elektroheizungen verursachen hohe Betriebskosten
– Gerade bei Nachtspeicherheizungen kommt es zu Konvektionsströmen; diese werden von Menschen teilweise als unangenehm empfunden
– Oftmals muss für eine bessere Dämmung gesorgt werden. Dies betrifft gerade Neubauten, die zur Einhaltung der EnEV verpflichtet sind. Gebäude mit Gas- oder Ölheizung sowie Häuser, die regenerative Energien nutzen, benötigen diese verbesserte Dämmung nicht.

Richtig eingesetzt, können Elektroheizungen aber durchaus auch explizite Vorteile geltend machen.

Folgende Gründe sprechen daher für die Nutzung von Elektroheizungen:

– Für die Erstanschaffung fallen verhältnismäßig geringe Kosten an. Es wird lediglich ein Stromanschluss benötigt
– Die Installation ist einfach und erfolgt schnell. – Es fallen keine Wartungskosten an. – Es wird kein Brennstoff benötigt
– Auch ein Schornsteinfeger wird nicht benötigt
– Wird konsequent auf Ökostrom gesetzt, sind Elektroheizungen als umweltfreundlich zu betrachten

Fachhandwerker unterstützen Interessierte bei der Suche nach passenden Lösungen
Die Entscheidung, welche Heizform letztendlich genau die passende Lösung darstellt, muss wohlüberlegt sein. Die falsche Entscheidung kann richtig ins Geld gehen. Neben den eigenen Wünschen spielt dabei auch immer die bauliche Situation eine entscheidende Rolle.

Individualität sollte daher stets Trumpf bei der Entscheidungsfindung sein. Außerdem sollte bedacht werden, dass sich die Stromnetze zunehmend grüner präsentieren und in Kombination mit erneuerbaren Energieträgern die Strom- bzw. Energieversorgung von Wohnungen und Gebäuden abdecken können. Experten gehen diesbezüglich davon aus, dass das Heizen mit Strom eine effiziente Zukunft hat. Sie sollten hier auf den Rat erfahrener Fachleute hören, welche Heizung für Ihre Belange und Gegebenheiten die richtige Lösung darstellt. Holen Sie sich Unterstützung von Fachhandwerkern aus Ihrer Nähe. Diese stehen Ihnen mit Rat und Tat (Installation etc.) jederzeit zur Verfügung.

Quelle: www.obeta.de